4. Deutsch-Französisches Dialogforum DEMOKRATIE EN MARCHE! Politische und zivilgesellschaftliche Partizipation in Frankreich und Deutschland

Wann:
13. Januar 2019 um 11:00 am – 1:00 pm
2019-01-13T11:00:00+01:00
2019-01-13T13:00:00+01:00
Wo:
Kunsthalle zu Kiel
Düsternbrooker Weg 1
24105 Kiel

Angesichts einer in unserer Gesellschaft zunehmenden antidemokratischen und antiinstitutionellen Haltung sowie der schon von Ulrich Beck (u. a.) in den 1980er Jahren diagnostizierten Individualisierung erhält das Thema der Bürger*innenbeteiligung eine besondere Bedeutung. Die politische Beteiligung der Bürger*innen an Debatten und Entscheidungen ist Legitimitätsgrundlage und politischer Antrieb für jede Demokratie; darin wird das Demokratieversprechen lebendig. Partizipation aller Bürger*innen (Citoyens) ist das Lebenselixier eines auf humanen Werten basierten Gemeinwesens.

Zivilgesellschaftliches Engagement hat sich verändert, zum Teil institutionalisiert; von der Lebendigkeit und Kraft der Bürgerinitiativbewegung der 1970er und 1980er Jahre scheint wenig übrig zu sein; Wahlbeteiligungen sind gering, Verbände und Vereine bis hin zur Freiwilligen Feuerwehr ringen um Nachwuchs. Wie lassen sich die Menschen erreichen, wie lassen sie sich dazu motivieren, am öffentlichen Geschehen teilzunehmen und teilzuhaben und eventuell ein solches Engagement neu zu artikulieren? Was können die Motive sein, Menschenrechte und Demokratie zu verteidigen? Wie sollte, wie könnte ein umfassendes und lebendiges bürgerschaftliches Engagement organisiert werden? Und wie ließe sich das europaweit verbreiten? Inwiefern unterscheiden sich Deutschland und Frankreich in der Frage der Partizipation?

Das sind einige Fragen, denen wir auf der Veranstaltung nachgehen wollen. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist mit seinem Vorschlag, europaweit Bürgerforen zu organisieren, initiativ geworden, um das politische Europa neu zu begründen. Von Frankreich sind bereits zwei Initiativen ausgegangen, die »Consultation citoyennes sur l’Europe« und »CitiPart – Partenariat de villes pour la défense des valeurs fondamentales de l’UE contre extrémismes et populismes«. Mit welchen Perspektiven kann dies verbunden sein und was können wir in Deutschland tun?

Das Deutsch-Französische Dialogforum findet zum 4. Mal statt.
Anlass für diese Dialogreihe war der Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie hebdo und einen jüdischen Supermarkt in Paris 2015.

BEGRÜSSUNG
Jocelyne Streker-Fargette, Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Schleswig-Holstein

EINLEITENDE WORTE
Dr. Christian Meyer-Heidemann, Landesbeauftragter für politische Bildung des Landes Schleswig-Holstein

PODIUMSGÄSTE
Manuel Sarrazin, Vizepräsident der Europäischen Bewegung Deutschland (Berlin)
Thomas Lehmann, La Republique en Marche (Paris, Berlin)
Prof. Dr. Dietmar Loch, Soziologe, Universität Lille
Dr. Roman Léandre Schmidt, Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin)

MODERATION
Dr. Dieter Sinhart-Pallin, Deutsch-Französische Gesellschaft Schleswig-Holstein (Kiel)

GRUSSWORT
Anne-Marie Descôtes, IE Botschafterin der Französischen Republik (Berlin)

MUSIKALISCHER RAHMEN
Kathrin van Heek (Gesang), Christoph Mohr (Klavier)

Anmeldung: kontakt@dfg-kiel.de
Eintritt frei