26 Jahre Srebrenica: Mahnung und Auftrag für die EU

Anlässlich des 26. Jahrestages des Genozids von Srebrenica erklärt Manuel Sarrazin, Sprecher für Osteuropapolitik:

Am 11. Juli 2021 jährt sich zum 26. Mal der Genozid von Srebrenica. Im Juli 1995 ermordeten bosnisch-serbische Truppen über 8.000 bosniakische Jungen und Männer. Ausgerechnet eine UN-Schutzzone wurde zum Massengrab. Das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs war ein entsetzliches Versagen europäischer Politik und der Vereinten Nationen.

Auch 26 Jahre nach Kriegsende ist in der Region noch längst nicht alles gut ist. Bis heute gehören Hass und Nationalismus nicht der Vergangenheit an. Bis heute werden Kriegsverbrecher glorifiziert. Bis heute werden ethnische Grenzziehungen für die Region diskutiert. Diese völkische Idee verhöhnt alle Kriegsopfer und ist brandgefährlich für den Frieden in Europa. Die Grenzen auf dem Westbalkan sind und bleiben unantastbar.

Für Frieden ist Gerechtigkeit und Versöhnung essentiell. Kriegsverbrechen müssen deshalb weiter aufgearbeitet und die Leugnung des Genozids unter Strafe gestellt werden. Aussöhnungsprozesse vor Ort müssen seitens der EU intensiver unterstützt und in den EU-Beitrittsprozess einbezogen werden. Die anstehende Reform der bosnischen Verfassung und des Wahlgesetzes muss dazu beitragen, dass die ethnische Spaltung in Bosnien und Herzegowina überwunden werden kann.

Loading