Griechische Flagge im Wind am Fahnenmast vor wolkigem Himmel

"Greece Flag" CC-BY 2.0 Dalibor Tomic

Fachgespräch: ERINNERN. GEDENKEN. AUFARBEITEN – Die Bedeutung unserer historischen Verantwortung für die deutsch-griechischen Beziehungen

Während des Zweiten Weltkrieges hat die deutsche Besatzung in Griechenland schwerste Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung Griechenlands wurde ermordet. Zehntausende Menschen wurden als „Vergeltung“ für den Widerstand von Partisanen exekutiert. Weit über 100.000 starben an Hunger und kriegsbedingten Krankheiten.

Wir Grüne im Deutschen Bundestag wissen um diese deutsche Schuld und unsere historische Verantwortung. Deshalb habe ich zusammen mit meinen Kolleginnen Claudia Roth, Katja Keul und Lisa Badum am vergangenen Montag ein Fachgespräch über die deutsch-griechische Reparationsdebatte organisiert.

Unter dem Titel „ERINNERN. GEDENKEN. AUFARBEITEN – Die Bedeutung unserer historischen Verantwortung für die deutsch-griechischen Beziehungen“ habe ich mich persönlich vor allem gefreut, Hilde Schramm auf dem Podium begrüßen zu dürfen. Hilde Schramm ist Trägerin des Moses-Mendelssohn-Preis und Gründerin von „Respekt für Griechenland e.V.“ Die Tochter von Albert Speer setzt sich seit Jahren für Kompensationsleistungen an Griechenland ein.

Als weiteren Gast durften wir Matthias Reuß, Vertreter der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages begrüßen. Anders als die Bundesregierung kommt er in seinem Gutachten nicht zu dem Schluss, dass etwaige Reparationszahlungen politisch wie juristisch abschließend geklärt sind. Vielmehr erachtet er die Position der Bundesregierung völkerrechtlich für keineswegs zwingend.
Außerdem auf dem Podium: Herr Aris Radiopoulos, Diplomat und Buchautor aus Athen und Charalampos Karpouchtsis, Vertreter des Deutsch-Griechischen Jugendaustauschs.

Für uns Grüne ist klar: Auch 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges müssen wir uns mit der historischen Verantwortung Deutschlands auseinandersetzen. In der deutsch-griechischen Reparationsdebatte gibt es viele offene Fragen, denen wir uns stellen wollen. Wir wollen anerkennen, dass für unsere griechischen Freund*innen und Freunde das Thema der Reparationen und Wiedergutmachung noch nicht erledigt ist. In den kommenden Monaten werden wir diskutieren, wie wir durch Unterstützung der Opfer und Hinterbliebenen sowie im Erinnern und Gedenken an die deutschen Verbrechen in Griechenland zu einem stärkeren Miteinander kommen können.