Anklagen im Fall MH17: Bundesregierung muss sich an die Seite der Opfer stellen

Zur Bekanntgabe und Anklage der Verantwortlichen für den Abschuss des Fluges MH17 erklärt Manuel Sarrazin, Sprecher für Osteuropapolitik:

„Dass ein halbes Jahrzehnt nach dem Abschuss des Passagierflugzeuges MH17 und Todes 298 unschuldiger Menschen nun endlich vier Täter identifiziert und wegen Mordes vor Gericht gestellt werden, ist ein wichtiger Tag für die Hinterbliebenen und Sieg für das europäische Rechtssystem. Das internationale Ermittlerteam hat damit ein wichtiges Versprechen gegenüber den Angehörigen der Opfer bereits eingelöst und die bisherigen Erkenntnisse über die Verantwortung Russlands für den Abschuss der Maschine bestätigt.

Klar ist aber auch, dass die Hintermänner für den gewaltsamen Tod der Flugpassagiere im Kreml sitzen und es letztendlich von der Entscheidung Putins abhängt, dass die Tatverdächtigen im März 2020 zum Prozessbeginn in Den Haag erscheinen. Es ist zynisch, wie Russland seine Mitverantwortung für den Abschuss weiterhin leugnet, die bisherigen Ermittlungen des Joint Investigation Teams massiv behindert und gezielt Desinformationen streut. Die Bundesregierung muss sich an die Seite der Opfer und der niederländischen Regierung stellen und auf höchster Ebene von Russland Kooperation und sogar die Herausgabe der Angeklagten einfordern.“