eine Menschengruppe läuft auf einem Sandweg, links im Hintergrund Laubwald, rechts Heidewiese

CC-BY-SA-3.0 Manuel Sarrazin

Durch Nutzung entstanden, durch Nutzung erhalten

Die Abdrücke im Kreidestein erinnern an die Haut von Reptilien. Frederik Schawaller, Leiter der Gruppe Süd des Naturschutzbundes (NaBu) Hamburg, lässt den Stein mit den fossilen Abdrücken der Moostierchen in der Gruppe herumgehen. Neben den über 2500 Kleintierarten finden sich in der Fischbeker Heide eben auch über 200 Tausend Jahre alte Fossilien.

Am vergangenen Sonntag hatte Manuel zu einem Spaziergang durch die Fischbeker Heide eingeladen. Das Naturschutzgebiet ist ein Glanzbeispiel für europäisch geschützte Lebensräume.

Auf einem Rundkurs führte Schawaller die 15 Personen große Gruppe durch Hamburgs größtes Naturschutzgebiet. Die malerische Hügellandschaft entstand in der letzten Eiszeit. Erst die Nutzung durch Heidebauern drängte den Wald zurück. Auf dem sandigen, nährstoffarmen Boden fanden die Heidegräßer als ökologische Hungerkünstler ihre Nische.

 

Heute bedarf der Erhalt der Landschaft intensiver Pflege: Beim „Entkusseln“ werden Kiefern ausgerissen, beim „Abplacken“ werden junge Sträucher und Bäume dezimiert. An manchen Stellen wird durch maschinelles „Choppern“ sogar der Oberboden abgetragen. Humus, der sonst überall ein Segen ist, ist für die Heidelandschaft ein Fluch.

 

Das Naturschutzgebiet steht für eine ungeheure Artenvielfalt: Beerentraube und Sonnentau, Hornissen und Scharlachlibelle, aber auch ein großer Fuchs- und Rehwildbestand sind hier beheimatet.

 

Dank europäischem Naturschutzrecht ist die Fischbeker Heide besonders geschützt: Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet kann nicht durch Landesgesetzgebung verkleinert oder zerteilt werden. Dennoch haben Frederik Schawaller und seine Mitstreiter vom NaBu als öffentliche Betreuer des Gebietes alle Hände voll zu tun: Hundehälter müssen an die Leinenpflicht erinnert werden und Warnschilder vor Hornissennestern müssen aufgestellt werden.

 

Nördlich der Elbe nennt man die Heidelandschaft Krattwald, südlich der Elbe nennt man sie Stübusch. „Egal ob in der Vergangenheit oder der Zukungt, egal ob auf europäischer Ebene oder vor Ort: Wir Grünen werden uns weiterhin für den Erhalt des Stübuschs in der Fischbeker Heide einsetzen.“, so Manuel Sarrazin.

 

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