Gefangenen-Patenschaft für Mikalai Dziadok

Seit 2011 engagiere ich mich für die politischen Gefangenen in Belarus und übernehme Patenschaften über das von der Menschenrechtsorganisation Libereco – Partnership for Human Rights initiierte Programm. Im Rahmen meines Engagements habe ich bereits im Mai 2011 eine Patenschaft für Mikita Likhavid übernommen, welcher im September 2011 freigelassen wurde (siehe: manuelsarrazin.de/wp/patenschaft-mikita-likhavid ).

 

Seit Juni 2015 übernehme ich nun eine Gefangenen-Patenschaft für Mikalai Dziadok. Hierzu erkläre ich:

„Als Bundestagsabgeordneter fordere ich die sofortige und bedingungslose Freilassung von Mikalai Dziadok. Ich bin sehr besorgt über die unbegründete Anwendung des Artikels 411 StGB der Republik Belarus. Der Artikel „Vorsätzlicher Ungehorsam gegen die Gefängnisverwaltung“ wird, wie im Fall von Mikalai Dziadok genutzt, um grausame und erniedrigende Behandlungen gegenüber politischen Gefangenen in den belarussischen Gefängnissen zu legalisieren.“

Mikalai Dziadok, ein Mitglied der belarussischen „Anarchisten-Gruppe“, wurde am 27. Mai 2011 zu viereinhalb Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Seit dem 3. September 2010 ist er unrechtmäßig inhaftiert. Das Urteil basiert auf einem Ermittlungs- und Gerichtsprozess, der mehrere Verfahrens- und Menschenrechte Dziadoks und der Zeugen verletzte.

Im Februar 2015 wurde Dziadok nach dem Artikel 411 StGB der Republik Belarus zu einem weiteren Jahr Gefängnis verurteilt. Er befand sich inzwischen mehrmals in Isolierhaft unter unerträglichen Bedingungen.

Belarussische und internationale Menschenrechtsorganisationen betrachten Mikalai Dziadok als politischen Gefangenen und fordern seine sofortige und bedingungslose Freilassung.

Zum Weiterlesen

Mikalais Geschichte

Mikalai Dziadok ist am 23. August 1988 in Bragin geboren. Er machte seinen Abschluss in Rechtswissenschaften an der Belarusian State University und arbeitete in einem Inkassounternehmen. Zum Zeitpunkt seiner Inhaftierung hat Mikalai Politikwissenschaft und European Research Studies an der European Humanities University in Minsk studiert. Nachdem er im September 2010 unrechtmäßig inhaftiert wurde, kam er zunächst für drei Tage in Untersuchungshaft, bevor er wegen Hooliganismus und Diebstahl angeklagt wurde.

Gerichtsverfahren

Mikalai wurde am 03. September 2010 verhaftet, weil man ihm vorwarf in der Nacht vom 30. auf den 31. August 2010 bei der russischen Botschaft randaliert zu haben. Er verbrachte drei Tage in Untersuchungshaft. Da es keine ausreichende Beweise dafür gab, dass Mikalai einer der Randalierer war, wurde ihm zusätzlich vorgeworfen bei weiteren Randalen am Gebäude des Gewerkschaftsbundes beteiligt gewesen zu sein.

Am 24. September, nachdem Mikalai 20 Tage in Untersuchungshaft verbracht hat, wurde ihm zusätzlich noch vorgeworfen, an einer anti-militärischen Kundgebung in der Nähe der Büros des Generalstabs teilgenommen zu haben. Am 01. Oktober 2010 wurde er auf Grundlage von Artikel 339 Part 2 StGB offiziell wegen Hooliganismus angeklagt. Nach acht Monaten in Untersuchungshaft wurde er am 27. Mai 2011 wegen Hooliganismus zu viereinhalb Jahren in eine Straflager verurteilt.

Im Mai 2012 würde Mikalai für sechs Monate in Einzelhaft untergebracht. Während seiner Unterbringung in den Straflagern in Shklov und Bobruisk erhielt er 10 Verwarnung von der Gefängnisleitung, um ihn als jemanden hinzustellen, der die Gefängnisregeln missachtet, damit kein Straferlass möglich ist.

Im November 2014 warf man Mikalai dann offiziell vor, absichtlich gegen die Gefängnisregeln verstoßen zu haben, weshalb seine Strafe um ein Jahr und drei Monate verlängert wurde.

Was kannst du tun?

  • Der Botschaft von Belarus einen Brief schreiben und die Freilassung von Mikalai Dziadok fordern:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK BELARUS
S. E. Herrn Andrei Giro
Am Treptower Park 32, 12435 Berlin
Fax: 030-536 359 23
E-Mail: germany@mfa.gov.by

  • Mikalai eine Postkarte schicken oder einen Brief schreiben, um ihre Solidarität zu verleihen:

Мікалай Дзядок
213410, Могилёвская обл., г. Горки,
ул. Добролюбова, 16, ИК №9
Die Republik Belarus (Weißrussland)

 

 

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