Säulen einer Tempelruine aus Sandstein, im Hintergrund eine Kirche, vor blauem Himmel

"Cyprus", CC-BY 2.0 Krzysztof Belczyński

Fachgespräch: Geteiltes Zypern

Zwischen Friedensverhandlungen, Wirtschaftskrise und Erdgas-Bonanza

Aufgrund der Wirtschafts- und Bankenkrise geriet Zypern 2013 in den Fokus der Öffentlichkeit. In Deutschland dominierte der undifferenzierte Blick auf die Insel als Paradies der GeldwäscherInnen und russischen OligarchInnen. Wichtige politische Aspekte wurden vernachlässigt: Seit 1974 ist Zypern eine geteilte Insel, Nikosia die letzte geteilte Hauptstadt. Zwischen dem türkisch-zypriotischen Norden und dem griechisch-zypriotischen Süden ziehtsich die „Green Line“, eine durch die weltweit längste UN-Blauhelmmission kontrollierte Pufferzone. Im April 2004 scheiterte der UN-Plan zur Wiedervereinigung. Im Mai 2004 trat die Republik Zypern formal der EU bei, für den Norden blieb das EU-Recht aber suspendiert. Die „Türkische Republik Nordzypern“ erklärte 1983 ihre Unabhängigkeit, wird international jedoch nur von der Türkei anerkannt. Bis heute belastet die Teilung die Zusammenarbeit in EU und NATO. Hinzu kommt: Seit dem Erdgasfund vor der Südküste Zyperns herrscht ein Verteilungskonflikt. Die griechisch-zypriotische Regierung beansprucht die Funde für sich, der Norden und die türkische Regierung beharren auf Teilung. Eine Eskalation im östlichen Mittelmeer ist nicht ausgeschlossen. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer: Auf Initiative des UN-Sonderbeauftragten Downer sollen die Friedensverhandlungennoch 2013 wiederaufgenommen werden. Wo verlaufen die Hauptkonfliktlinien? Inwiefern beeinflussendie Finanz- und Wirtschaftslage und die Folgen des Euro-Rettungspaktes die Friedensverhandlungen? Welche Auswirkungen hat deren Ausgang auf die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei? Sind die Erdgasfunde Chance zur Annäherung oder Gefahr für eine Eskalation im östlichen Mittelmeer? Welche Rolle wird die EU bzw. die deutsche Bundesregierung bei den Verhandlungen spielen können?

 

Darüber wollen wir mit unseren geladenen Fachleuten diskutieren. Hierzu laden wir Sie herzlich ein.

Programm (Manuel Sarrazin wird die Einführung übernehmen und die Veranstaltung moderieren.)

Hinweis: Für Speisen und Getränke bei der Konferenz erheben wir einen Unkostenbeitrag von 10 Euro pro Person.