Pressemitteilung GRÜNE Harburg: Umweltschutz an der Elbe ernst nehmen, Hafenkooperation stärken

Bei strahlendem Wetter und Niedrigwasser haben die Harburger Grünen sich am Sonntag während eines Rundgangs in Cranz mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern und Fachleuten über die Folgen der letzten Elbvertiefung für den Lebensraum Este und Mühlenberger Loch informiert.

Dabei sagte Manuel Sarrazin, MdB und stellvertretender Landesvorsitzender der Grünen Hamburg:

„Die Elbe ist und bleibt Hamburgs Seele. Und Hamburgs Seele ist Umweltschutz und einen guten Umgang wert. Schon jetzt zeigen sich schwerwiegende Folgen der letzten Elbvertiefungen für das Ökosystem Elbe und die Menschen die im Süderelberaum an und mit der Elbe leben. Deswegen ist es notwendig, dass der Hamburger Senat endlich auf die Umweltverbände zugeht. Zudem sollte die Bundespolitik von den Bundesländern mehr Engagement im Bereich der Hafenkooperation zeigen. Das anhängige Gerichtsverfahren gegen die Elbvertiefung ist dafür eine Chance.“

Gudrun Schittek , die Grüne aus Cranz und Mitglied des Regionalausschuß Süderelbe:

Die Elbvertiefung führt zu einer  bedrohlichen Hochwassergefahr für Hamburg. Die Fluten laufen bereits jetzt in Folge der letzten Elbvertiefung  schneller  und  höher auf. Immer höhere Deiche und Flutschutzmauern sind keine Lösung, das haben die Hochwasser diesen Sommer gezeigt. Viele Bereiche der Stadt, wie die Speicherstadt, der Fischmarkt, Neumühlen , Teufelsbrück und große Teile des Hafens können gar nicht  geschützt werden.
Die Elbvertiefung ist Ursache  immer größerer  Sedimentablagerungen in den Hafenbecken und Nebenflüssen. Das verursacht hohe Kosten für den Hamburger Haushalt durch notwendige Baggerarbeiten. Wie das Beispiel  des durch Schlickablagerungen defekten  Estesperrwerks zeigt, steigt die Gefahr für Überschwemmungen bei Sturmfluten.
Eine Lösung ist nur länderübergreifend möglich
.“

Dem stimmte auch Malte Siegert, Referent für Umweltpolitik des NABU Hamburg zu:

„Anstatt die Elbvertiefung zu forcieren, sollte sich der Hamburger Senat mit den Bundesländern Bremen und Niedersachsen zum Schutz von Natur und Umwelt zügig auf eine zukunftsweisende Kooperation der Häfen einigen.  Ökonomisch macht der milliardenschwere Subventionswettlauf zwischen den Bundesländern, den einzig und allein der Steuerzahler finanzieren muss, überhaupt keinen Sinn.

Die Unterelbe ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Hamburger Hafen. Wertvolle Bereiche wie zum Beispiel die Schlickflächen im Mühlenberger Loch  wirken wie „Bio-Reaktoren“ und helfen, den Fluss zu reinigen und die Wasserqualität zu verbessern.  Die Schlickflächen drohen jedoch durch eine weitere Vertiefung noch stärker zu Versanden als bisher, da durch den zunehmenden Flutstrom enorme Mengen Sedimente Richtung Hamburg getragen werden.  Das ist ökologisch nicht mehr zu verantworten.“

 

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