Veranstaltungsbericht: Fracking – Nachhaltiges und umweltbewußtes Denken und Handeln geht anders!

GRÜNE-Fraktion Harburg diskutiert mit Experten und Bürgerinnen und Bürgern – ein Bericht von GRÜNE Harburg

Auch im Bezirk Harburg ist  die Methode des Fracking zur Zeit in aller Munde (Der NEUE RUF berichtete mehrfach). Grund genug für die GRÜNEN  zu einer Diskussion zu diesem Thema in den Harburger Elbcampus einzuladen. Jeffrey Michel, Energie- und Frackingexperte,  Andreas Rathjens von der Bürgerinitiative Völkersen, der Bundestagsabgeordnete der GRÜNEN Manuel Sarrazin und der Bezirksabgeordnete Jürgen Marek diskutierten mit etwa 60 interessierten  Bürgerinnen und Bürgern über Risikotechnologie, Fracking und nachhaltige Energiewende, zum Bergrecht und über die Aufsuchungsgenehmigung von ExxonMobil und deren mögliche Konsequenzen für Harburg.

Zwar konnte sich die Harburger Politik bisher nicht zu einer klaren Stellungnahme zu dieser Risikotechnologie durchringen, da insbesondere die SPD-Fraktion noch weiterhin langwierigen Klärungsbedarf hat. Doch bei den Bürgerinnen und Bürger ist ein zunehmendes Wissen und  Interesse und damit verbunden eine zunehmende Ablehnung festzustellen. Laut einer aktuellen bundesweiten Emnid-Umfrage lehnen 66 Prozent der Bevölkerung Fracking zur Gasförderung ab.

Jeffrey Michels zeigte im Elbcampus noch einmal  eindrucksvoll Fakten zu dieser Risikotechnologie auf. Auch mit der viel gepriesenen ökonomischen Erfolgsbilanz  ist es nicht weit her: Quellen, die durch Fracking ausgebeutet werden,  erreichen wesentlich schneller als konventionelle Quellen ihr Fördermaximum. Der  folgende Rückgang der Förderrate führt zu einem Teufelskreis: es müssten verstärkt neue Quellen erschlossen werden. Die Folgen sind steigende Kosten, niedrigere Fördermengen und nicht zuletzt  weitere Umweltbelastungen und -schäden.

Manuel Sarrazin wies auf  notwendige Änderungen des Bergrechtes hin und forderte  u.a. ein Verbot von Gefahrstoffeinbringungen in  Wasser und  Boden, eine höhere Bewertung des öffentlichen Interesses  bei Entscheidungen und eine Beweislastumkehrung bei Bergschäden.

Andreas Rathjens forderte eindringlich  nachhaltiges Denken  und Denken gerade bei der Energieversorgung und stellte Möglichkeiten einer Energiewende durch regenerative Energien und sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen in den Vordergrund.

Gerade dieser Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung, die  Lebens- und Entwicklungsoptionen der folgenden Generationen nicht beschränkt oder verhindert, begleitete die Diskussion über weite Strecken.

Jürgen Marek, Umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN in Harburg, betont dann auch: “Die Internationale Energieagentur IEA mahnte bereits 2008 an: Das Öl geht aus, die Welt wird immer wärmer – die Welt braucht eine Energierevolution. Doch damit kann sie wohl kaum das Fracking gemeint haben. Technisch  wird es immer aufwändiger Erdöl und Erdgas zu fördern. Dieses führt aber nicht zu einer klaren Veränderung der Denkstrategien hin zu einer Energiewende durch zukunftsfähige regenerative Energiequellen. Man ist weiterhin  in klassischen und längst abgewirtschafteten Mustern  verhaftet, mit denen man bisher ökonomisch erfolgreich war. Die Folge ist  ein uferloser „Extraktivismus“  bei der Ausbeutung unzugänglicher Energiequellen durch die Anwendung von  Risikotechnologien wie Fracking.  Nachhaltigkeit geht anders!“

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