NATUR FINDET STADT – Positionspapier des Landesverbandes Hamburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Thema Wohnungsbau – Stadtentwicklung – Naturschutz

BESCHLUSS DES LANDESAUSSCHUSSES BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Landesverband Hamburg Dienstag, 04. September 2012, Landesgeschäftsstelle

NATUR FINDET STADT

POSITIONSPAPIER DES LANDESVERBANDES HAMBURG VON BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ZUM THEMA WOHNUNGSBAU – STADTENTWICKLUNG – NATURSCHUTZ

 

Zusammenfassung

Um den Mangel an attraktivem, verfügbarem und bezahlbarem Wohnraum in Hamburg zu beheben, die Lebensqualität der Hamburgerinnen und Hamburger zu verbessern und die Zukunftsfähigkeit der Stadt zu sichern, muss der Wohnungsbau mit einer intelligenten Stadtentwicklungspolitik verknüpft sein. Der demographische Wandel sowie Klimawandel und Ressourcenverknappung sind die Heraus- forderungen, auf die die Stadt mit ihrer Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik antworten muss. Durch die einseitig auf Fertigstellungszahlen ausgerichtete Politik des SPD-Senats drohen jedoch Um- welt und Natur, Lebensqualität und zeitgemäße Mobilität, sozialer Ausgleich und Beteiligungskultur auf der Strecke zu bleiben.

Wir halten es für notwendig, bevorzugt Flächen mit guter ÖPNV-Anbindung für den Wohnungsbau zu entwickeln bzw. Wohnungsbau und umweltfreundliche Mobilität parallel zu planen und zu realisie- ren. Gebäude müssen klima- und ressourcenschonend sein. Alternative Ansätze wie genossenschaftliche Baugemeinschaften mit sozialen Konzepten sollten besondere Förderung erhal- ten. Wir benötigen mehr barrierefreien bzw. barrierearmen Wohnraum. Um den galoppierenden Flächenfraß zu stoppen, muss Innenentwicklung Vorrang vor Außenentwicklung haben. Flächenver- schwendendes Bauen, Leerstand und Zweckentfremdung müssen mit wirksamen, gegebenenfalls neu zu entwickelnden Instrumenten, konsequent eingedämmt werden.

 

Qualitätsziele für die Innenentwicklung sind Flächeneffizienz, bevorzugte Nutzung von Konversions- flächen, urbane Dichte mit hoher Freiraumqualität und eine Öffentlichkeitsbeteiligung, die Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt. Landschaftsachsen und Grüne Ringe, die Flächen des Biotopver- bunds und Pufferzonen von Naturschutzgebieten müssen für den Wohnungsbau ebenso tabu bleiben wie bedeutende Landschaftsräume (in den Vier- und Marschlanden, Feldmarken, Wilhelmsburger Os- ten). Bei Kleingärten muss in jedem Einzelfall ihre soziale Funktion gegen die Wohnbauinteressen abgewogen werden.

Loading