Beitrag der GAL Hamburg: Was in Minsk geschehen ist, darf sich in Russland nicht wiederholen

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte werden am Samstag Vertreterinnen der GAL-Fraktion an mehreren Veranstaltungen in Hamburg teilnehmen. Sie wollen dabei die in vielen Ländern betriebene Verletzung von Menschenrechten wieder stärker ins Bewusstsein rufen.

Katharina Fegebank, Sprecherin für Europa und Internationales, sagt dazu:
„Bei der Wahl in Weißrussland vergangenes Jahr drohte der Opposition der direkte Weg in die Gefängnisse von Minsk. Was dort geschehen ist, darf sich in Russland jetzt nicht wiederholen. Wir machen uns große Sorgen um unsere politischen Freundinnen und Freunde dort – gerade wegen der offensichtlich gefälschten Parlamentswahlen und den polizeilich aufgelösten Demonstrationen.“
Fegebank trifft sich am Samstag mit den weißrussischen Oppositionellen Mikita Likhavid und Alexander Atroschtschenkau, die nach gewaltfreien Demonstrationen und kurzen Scheinprozessen zu monatelanger Haft verurteilt wurden. Von 14 – 16 Uhr werden sie im Haus des Diakonischen Werks Hamburg, Königstraße 54, Raum 408, von ihren Erfahrungen berichten. Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind herzlich zur Foto- und Berichterstattung eingeladen.
 
 
Hintergrund
 
Mikita Likhavid nahm an den Kundgebungen im Dezember vergangenen Jahres in Minsk teil, aus Protest gegen die gefälschten Präsidentschaftswahlen. Er wurde verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Arbeitslager verurteilt. Als er sich weigerte, ein Schuldeingeständnis zu unterschreiben, musste er einen Großteil seiner Strafe in Einzelhaft mit erheblich eingeschränkten Hofgängen und Essensrationen verbringen. Für den jungen Aktivisten hat der Grüne Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin eine Patenschaft übernommen.
Alexander Atroschtschenkau war Pressesprecher des oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Andrej Sannikow. Nach einem nur zweitägigen Prozess wurde er wegen Organisation und Teilnahme an Massenunruhen zu vier Jahren verschärfter Lagerhaft verurteilt. Er berichtete über Misshandlungen und Folter während der Untersuchungshaft.
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