Patenschaft Mikita Likhavid

Ein Jahr nach seiner Festnahme hat mich Mikita Likhavid in Berlin besucht. Zusammen mit Aliaksandr Atróschankau ist er für mehrere Tage auf Einladung von mir und des German Marshall Funds nach Deutschland gekommen. Neben politischen Gesprächen mit Abgeordneten des Bundestages haben die beiden auch öffentliche Termine in Berlin, Kiel, Hamburg und Bremen wahrgenommen.

 

Während einer Veranstaltung des German Marshall Funds in Berlin wurde der Film „A Belarusian Dream“ von Ekaterina Kibaltchitch gezeigt. Diese wunderbare Dokumentation über den Diktator Lukaschenka, die Präsidentschaftswahlen 2010 und die anschließend Repressionen kann jetzt mit deutschen Untertiteln auch online angeschaut werden: „A Belarusian Dream“

 

 

 

 

 

Presse zum Deutschland-Besuch von Mikita und Aliaksandr

 

Zum Weiterlesen

 

 

 

 

 

 

 

Mikitas Geschichte

 

Mikita Likhavid ist 21 Jahre alt und kommt aus Belarus. Er hat an den friedlichen Oppositionskundgebungen im Dezember 2010 teilgenommen, weil er mit dem offenbar gefälschten Ergebnis der Präsidentschaftswahlen nicht einverstanden war. Mikita wurde daraufhin festgenommen. Ende März wurde er zu drei Jahren und sechs Monaten Arbeitslager verurteilt. Im Arbeitslager Navapolatsk ist er bis Mitte Juli 2010 bereits fünf Mal zu einer mehrtägigen Einzelhaft in einer Strafzelle verurteilt worden, da er sich als illegal verurteilten bezeichnet hatte und es ablehnt, den Befehlen und Aufforderungen der Gefängnismitarbeiter zu folgen.

 

Am 14. September ist Mikita aus dem Gefängnis entlassen worden. Er wurde im Zuge einer größeren Entlassungswelle begnadigt. Mikita geht es nach unseren Informationen den Umständen entsprechend gut. Allerdings befinden sich immer noch neun Personen in Gefangenschaft, darunter drei der oppositionellen Präsidentschaftskandidaten –  Andrei Sannikau, Dsmitry Uss und Mikalai Statkewitsch. Ich fordere die Freilassung aller politischer Gefangen als Vorbedingungen eines politischen Dialogs.

 

Ich habe für Mikita eine Patenschaft übernommen, weil mich sein Schicksal sehr beschäftigt. Durch die Fälschung des Präsidentenwahlergebnisse und vor allem durch Schauprozesse wie dem gegen Mikita tritt der weissrussische Präsident Lukaschenko demokratische Prinzipien mit Füßen. Das kann und möchte ich nicht akzeptieren. Daher möchte ich einen kleinen Teil des Unrechts, das in Belarus passiert, in Deutschland in die Öffentlichkeit tragen.

 

Gerichtsverfahren

 

“Am 29. März wurde (…) Mikita Likhavid zu drei Jahren und sechs Monaten Haft in einem Arbeitslager verurteilt. Er war wegen „Massenunruhen“ für schuldig befunden worden, weil er friedlich an den Oppositionskundgebungen im Dezember teilgenommen hatte. Mikita Likhavid gehörte zu den Protestierenden, die im Zusammenhang mit den Unruhen, die nach den umstrittenen Wahlen vom 19. Dezember ausbrachen, von Angehörigen der Einsatzpolizei geschlagen wurden. Bei den Wahlen war Präsident Alexander Lukaschenko für eine vierte Amtszeit wiedergewählt worden. Die Opposition erhob jedoch Vorwürfe über Wahlbetrug. Mikita Likhavid war zunächst wegen einer Ordnungswidrigkeit inhaftiert worden, später wurde aber wegen einer Straftat Anklage gegen ihn erhoben, obwohl der Polizist, der den Haftbefehl vorlegte, zugab Mikita Likhavid bei den Protesten nicht gesehen zu haben. Vor Gericht sagten zwölf Polizisten aus, von Mikita Likhavid geschlagen worden zu sein.” (Quelle: Amnesty International)

 

Eine detailierte Beschreibung des Prozesses findet ihr hier

 

 

Was kannst Du tun?

  • Der Botschaft von Belarus einen Brief schreiben und die Freilassung aller politischen Gefangenen fordern:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK BELARUS
S. E. Herrn Andrei Giro
Am Treptower Park 32, 12435 Berlin
Fax: 030-5363 5923
E-Mail: info@belarus-botschaft.de oder berlin@belembassy.org

 

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