Bericht: Tibet-Gesprächskreis trifft Ehefrau des verurteilten Tibeters Dhondup Wangchen und fordert dessen Freilassung

Die Menschen in Tibet leiden seit langem unter den politischen Repressalien der chinesischen Regierung. Eine Lösung der Tibetfrage scheint in weiter Ferne zu sein, stattdessen werden immer wieder friedlich für Selbstbestimmung protestierende Tibeterinnen und Tibetern verhaftet. Der interfraktionelle Tibet-Gesprächskreis im Deutschen Bundestag trifft sich regelmäßig mit Tibeterinnen und Tibetern und macht auf das ihnen widerfahrende Unrecht aufmerksam.

Am 06. Oktober 2010 besuchte die zurzeit im indischen Exil lebende Tibeterin Lhama Tso den Tibet-Gesprächskreis. Sie ist die Ehefrau des im März 2008 verhafteten Tibeters Dhondup Wangchen. Die chinesische Regierung reagierte mit der Gefangennahme auf den von Herrn Wangchen veröffentlichten Dokumentarfilm „Leaving Fear Behind“. Ganz im Sinne des Filmtitels berichten im Film Tibeter trotz drohender Verfolgung durch die chinesische Regierung offen von ihrem Leben und ihren Wünschen. Wangchen hatte es 2008 geschafft, den Film ins Ausland schmuggeln zu lassen. Im Dezember vergangenen Jahres wurde der 1974 im Nordosten Tibets geborene Filmschaffende in einem offensichtlich unfairem Gerichtsverfahren von einem chinesischen Gericht der „Anstiftung zum Separatismus“ für schuldig erklärt und zu sechs Jahren Haft verurteilt.

„Dhondup Wangchens Fall steht symbolisch für die politischen Repressalien, mit denen sich die tibetische Zivilgesellschaft konfrontiert sieht. Die internationale Gemeinschaft darf hier nicht stumm zusehen, sondern muss deutliche Worte finden.“, fasst Manuel Sarrazin, MdB und Co-Vorsitzender des Tibet-Gesprächskreises, das Treffen mit Lhama Tso zusammen. Er teilt Frau Tsos Sorgen um die Gesundheit ihres Mannes und fordert die sofortige Freilassung des politischen Gefangenen sowie eine angemessene medizinische Versorgung. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Tibet-Gesprächskreises sicherte Sarrazin der Ehefrau des Filmemachers seine Unterstützung zu. Dhondup Wangchens Verhaftung widerspricht den Grundsätzen der Meinungsfreiheit. Außerdem steht er für eine Lösung der Tibetfrage ohne Gewalt ein und verdiene hierfür Anerkennung, so Sarrazin.

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